Eine kurze Chronik des Flughafens Mönchengladbach
aus dem Jahr 1981
(aus dem Nachlass unseres Ehrenmitgliedes
Walter Schäfer)
Flughafen Mönchengladbach
Ohne Aufführung einer Vorgeschichte über den Flughafen ist es schlecht möglich zum 25jährigen Bestehen, die schon frühere Fliegerei zu erwähnen. Die Ursprünge reichen zurück bis ins Jahr 1911, wo schon Schaufliegen in M.Gladbach-Holt und im Mülforter Bruch in Odenkirchen stattgefunden hat. Schon 1922 gründete sich eine "Flugwissenschaftliche Vereinigung" die 1925 in den Verein für Luftfahrt Mönchengladbach, Rheydt und Umgebung überging. Das erste Flugzeug landete am 10. September 1926 auf der Trabrennbahn an der Niersbrücke, eine D S 1 mit dem Kennzeichen D-93o, die vom Piloten Fritz Tillmanns bei den Dietrich Werken in Kassel abgeholt wurde. Durch Erlaß vom 28. Juni 1927 erteilte der Reichsverkehrsminister die Genehmigung zur Anlegung des Verkehrslandeplatzes in Holt. Dieser Platz wurde 1936 durch die damalige Deutsche Luftwaffe belegt.
Der neue Flughafen
Das jetzige Areal des Flughafens Mönchengladbach war ursprünglich eine Schutthalde und Moorgelände. Schon 1953 begannen Mitglieder des Vereins für Luftfahrt einen Teil des Geländes zu roden, um eine Segelflugbahn herzurichten. Bereits im Juli 1955 waren Segelflugzeuge in der Luft. Hiermit war schon der erste Schritt für einen Flugplatz getan. Um den ersten Ausbau schnellstens vorzunehmen wurde eine englische Pioniereinheit aus Gütersloh eingesetzt, die im Rahmen einer Übung den Flugplatz planierte. Die Verbindung hierzu schaffte der damalige Verkehrsdirektor Hellmuth Balve in einem Gespräch mit dem Oberbefehlshaber des NATO-Hauptquartiers General Cassels. Fast täglich am Ort war Hardy Herx, Vorsitzender des Vereins für Luftfahrt, der dieses Geschehen beobachtete. Eine Start- und Landepiste von etwa 500 Meter Länge wurde unter schwieriger Gestaltung bereitgestellt.
1956
Nach diesem Ausbau wurde für die Flugleitung eine Baubaracke des Städtischen Bauhofes aufgestellt. Gleichzeitig wurde im Anschluß an die Baracke ein verschließbares zolleigenes Lager errichtet. Ein aufgestellter Windsack war ebenfalls zur Aufnahme des Motorflugbetriebes erforderlich. Aus dem Bestand des "Pater Schulte und seine Staffel" wurden mit Hilfe des Städtischen Fuhrparks auf dem Flugplatz Bonn-Hangelar vier Flugzeugzelte abgebaut und entlang der ehemaligen Bundesstraße 7 aufgestellt. Hiermit waren die Voraussetzungen zur Aufnahme des Motorflugbetriebes auf dem Flughafen an der Niersbrücke (Mönchengladbach) geschaffen. Am 21. April 1956 wurden vier Flugzeuge des Nordrhein-Westfälischen Luftsportverbandes nach Mönchengladbach überführt. Am 22. April 1956 wurde der Flughafen Mönchengladbach eröffnet. Staatssekretär Prof. Dr. Leo Brandt vom Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen überreichte die Genehmigungsurkunde und Oberbürgermeister Dr.Wilhelm Finger hielt die Festansprache und gab den Start für den neuen Platz frei. Noch im gleichen Jahr erhielt der Verein für Luftfahrt das erste Sportflugzeug, eine Bücker 181, die auf den Namen "Dr.Fleuster" des Oberstadtdirektors getauft wurde. Kurz nach der Eröffnung wurde eine zweite Baracke aufgestellt, in der die Motorsportfliegerschule des Landes Nordrhein-Westfalen mit Büro- und Schulungsräumen untergebracht wurde. Flugleiter wurde Ernst Reiners, der mit dem alten Platz Holter Heide schon verbunden war. Als Platzmeister wurde Fritz Rüskens eingestellt. Erster Leiter der Motorsportfliegerschule des Landes NRW wurde Hans Giesen. Gleichzeitig mit Eröffnung des Platzes erhielt Mönchengladbach eine Falllschirmspringerschule.Sie war in der ehemaligen Schweinemastanstalt in Lürrip untergebracht. Nach etwa einem Jahr wurde diese Schule aufgelöst.Doch der Verein für Luftfahrt hatte bereits eine Fallschirmspringer-Abteilung. Unter Leitung von H.G. Schütt zählte sie über 15 Mitglieder.
Nach Ausbau und Eröffnung des neuen Flughafens wurde dieser in die Planung des Landes Nordrhein-Westfalen als Bedarfsflughafen aufgenommen. Mit dem Flughafen hatte sich die Motorsportfliegerschule, die Fallschirmspringerschule und die Bordfunkerschule, das Luftfahrtzentrum Nordrhein-Westfalen entwickelt. Schon im ersten Jahr hatte der Flughafen schon 13.074 Flugbewegungen zu verzeichnen.
1957
Im Januar 1957 begann man mit Bau der Flugzeughalle 1 (2o x 6o Meter). Sie wurde im September des gleichen Jahres mit Flugzeugen bestellt. Die erste Flugveranstaltung war ein Sternflug anläßlich der Niederländischen Woche, die in Mönchengladbach stattfand. Etwa 2o Flugzeuge nahmen hieran teil. Die Motorsportfliegerschule brachte einen Prospekt für Flugbegeisterte heraus.
Flugbewegungen 1957 22.456
1958
Durch Zusammenschluß der Firmen Rhein-West-Flug und der Firma Käther & Co. aus Krefeld mit dem Namen Rhein-Flugzeugbau GmbH fand sich für diese Firma ein reges Interesse am Mönchengladbach Flughafen. Ende März 1958 wurde die Hälfte der Flugzeughalle 1 an diese Firma abgegeben und die bereits vorhandenen Büros und Sozialräume übergeben. Im Februar des gleichen Jahres wurde mit dem Bau eines Kontrollturms begonnen. Im Mai 1959 starb der erste Flugleiter Ernst Reiners, der von Hermann Steckhan abgelöst wurde. Der Flughafen wurde in diesem Jahr am 2. Juli von der Gruppe 3 des Deutschlandfluges angeflogen. 28 Sportmaschinen verschiedener Typen landeten ohne Zwischenfälle. Die Begrüßung der Besetzungen nahm Oberstadtdirektor Dr. Fritz Fleuster vor. Die Firma Rhein-Flugzeugbau GmbH begann in diesem Jahr mit dem Bau einer eigenen Werft. Sie erhielt von der Deutschen Bundeswehr den Auftrag, Flugzeuge von Typ Pembroke zu warten. Am 8. Juli landete zur Probe ein englisches Flugzeug gleichen Typs. Hiermit wurde klargelegt, daß auch die Bundeswehr mit diesen Flugzeugen hier landen konnte. Der 8. August brachte die erste Landung des Luftschiffes D-LEMO (Trumpf), das gleich 14 Tage am Ankermast hier verblieb. Fahrten des Luftschiffes wurden von hier vorgenommen. Während des Jahres wurden schon von der Firma Rhein-Flugzeugbau GmbH in der Flugzeughalle 1 die ersten Flugzeuge vom Typ RW-3 - konstruiert von Ingenieur Hanno Fischer - gebaut. Gleichzeitig wurden in dieser Flugzeughalle die ersten Hubschrauber vom Typ Djinn gewartet.
Flugbewegungen 1958 23.970
1959
Der von der englischen Pioniereinheit planierte Flughafen zeigte frühzeitig schon seine Mängel. Die Reifen der Flugzeuge unterlagen großem Verschleiß, da die frühere Müllkippe Glasscherben zu Vorschein brachte. Schulklassen wurden über die Landebahn zum Aufsammeln der Scherben geschickt. Freiflüge waren dann der Lohn. In Zusammenarbeit mit dem Städtischen Fuhrpark wurden ab Februar dieses Jahres im Non-stop-Verfahren PSP-Landeplatten zur Verlängerung der vorhandenen Landebahn transportiert. Mit Hilfe des technischen Hilfswerkes wurden in Samstag- Sonntag- und Abendstunden die vorhandene 5oo Meter Landebahn auf 1.000 Meter ausgebaut. Die Motorfluggruppe des Vereins für Luftfahrt teilte sich, und am 23. Februar gründete sich der Motorfliegerclub Mönchengladbach-Rheydt e.V. Im März prüfte die neue Deutsche Luftwaffe die neue Bahn. Die erste Landung eines deutschen Pembroke Flugzeuges erfolgte am 3. März. Das Flugzeug wurde von Hauptmann Turnhuber geflogen und bei Rhein-Flugzeugbau in Wartung gegeben. Am 16. April weihte die Firma Rhein-Flugzeugbau GmbH. ihren neuen Werftbetrieb ein. Die Deutsche Bundeswehr war mit mehreren Typen von Fluggerät oftmals am Platz. Der neue Motorfliegerclub taufte ein Flugzeug auf den Namen "St. Vitus" und bereitete den ersten Großflugtag vor. Am 22. August fand dieser Großflugtag statt. Glanzvorführung war die schnellste Kunstflugstaffel der Welt, die "Skyblazers" der US Luftwaffe. Weitere Mitwirkende waren die Deutsche Luftwaffe, die Royal Air Force Germany, die US Air Force und die Burda-Staffel. Namen von Fliegerassen wie Albert Falderbaum, Liesel Bach, Sepp Tiling, Madame Rousseau als Weltmeisterin im Fallschirmsprung waren auf diesem Flugtag vertreten. Ansagerin war die berühmte Fliegerin Elly Beinhorn. Die fliegerischen Koordinierungen hatte Bruno Birnbaum bekannt in aller Welt unter Bravo Bravo. Die Organisation am Boden hatte das Städtische Verkehrs- und Werbeamt in Verbindung mit dem Städt. Fuhrpark, dem Deutschen Roten Kreuz und dem Technischen Hilfswerk. Am gleichen Tag fand für den Flughafen der erste Rhein-Ruhr-Flug statt. Es war der vierte für den Düsseldorfer Aero Klub. Für diese Großveranstaltung wurde zum ersten Mal der Kontrollturm in Verbindung mit einem fahrbaren Turm der US-Luftwaffe aus Hahn im Hunsrück voll genutzt.
Flugbewegungen 1959 34.118
1960
Am 4. Januar starb plötzlich und unerwartet Hardy Herx, ein Pionier des Luftsports und Aufsichtsratmitglied der Flughafengesellschaft. Zu Karneval wurde ein weiblicher englischer Fliegerleutnant Karnevalsprinzessin in Mönchengladbach. Das Kölner Dreigestirn besuchte das Mönchengladbacher Prinzenpaar, landete hier mit großem Bahnhof und großem Aufgebot der Mönchengladbacher Karnevalisten. In diesem Jahr war auch Baubeginn einer kleinen Flugzeughalle, vorgesehen für die Segelflieger. Im Juni erhält der Motorfliegerclub ein zweites Flugzeug vom Typ Cessna 170B. Im gleichen Monat eröffnet die Deutsche Nahluftverkehrs AG den Bäderdienst Mönchengladbach-Norderney-Borkum. Der Verein für Luftfahrt erhält im Juli ein weiteres Motorflugzeug, Typ Klemm 107B. Im ersten Halbjahr erreicht die Motorsportfliegerschule NRW 1.002 Flugstunden mit 4.244 Landungen. Eine bis dahin nicht erreichte Leistung. Am 10. September fand der Rhein-Ruhr-Flug statt. Es beteiligten sich 46 Flugzeuge, Schirmherr der Veranstaltung war der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Franz Meyers. 1960 standen auf dem Flughafen 23 Motorflugzeuge. Die Nachfrage nach Unterstellplätzen ist groß.
Flugbewegungen 1960 33.318
1961
Im Februar wird die Flugzeughalle 2 (Segelflughalle) fertig und mit Flugzeugen bestellt. Mönchengladbach wird Zollflughafen. Zur Abfertigung wird jeweils der Zollbeamte geholt. Der Verein für Luftfahrt bereitet einen Großflugtag vor. Am 5. Juni landet das erste viermotorige Flugzeug vom Typ Heron und geht zur Wartung nach Rhein-Flugzeugbau. Der Flughafen erhält am 10. Juni einen Tankwagen. Der mit viel Arbeit und Mühe vorbereitete Großflugtag fällt anhaltendem Regen zum Opfer. Die englische Kunstflugstaffel 'Blaue Diamanten' (16 Flugzeuge) versuchen einen Teil des Programms zu fliegen. 40 .000 Zuschauer sahen junge und alte Meister am Himmel so weit es möglich war. Ein Drittel des Programms fiel aus. Mit 47 Flugzeugen landete eine Gruppe des Deutschlandfluges am 22. Juni auf dem Flughafen. Im September wird mit Hilfe des Technischen Hilfswerkes erneut die Landebahn verlängert.
Flugbewegungen 1961 31.948
1962
Die Firma Rhein-Flugzeugbau GmbH konstruiert ein neues Flugzeug. Mit zwei in den Tragflächen untergebrachten Motoren wird eine Druckluftschraube angetrieben. Der Flugzeugtyp nennt sich RF 1. Weitere Einsätze des Technischen Hilfswerkes verlängern die Landebahn bis an die Bundesstraße 7 (gegenüber von Nellen & Quack) Am 15. September findet ein Rhein-Ruhr-Flug statt mit Teilnahme von 41 Flugzeugen. Am 21 Oktober flog trotz eingeschalteter Warnleuchten ein Flugzeug in ein herabfallendes Windenseil. Dieser Absturz forderte 4 Todesopfer. In einem Vortrag vor der Industrie und Handelskammer seitens des Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr ist der Flughafen bedeutsam für den Nahflugverkehr. Die Flugzeughalle 3 (jetzt 1) wurde fertiggestellt,
Flugbewegungen 1962 32.198
1963
Trotz starken Schneefalls geht der Flugverkehr weiter. Der Städt. Fuhrpark hilft beim Räumen der Landebahn für die Landung schwerer Flugzeuge. Hilfe gibt der Flughafen den Mönchengladbacher Kernevalisten. In der Flugzeughalle 1 werden Karnevalswagen gebaut. Die Firma Rhein-Flugzeugbau GmbH beginnt mit dem weiteren Ausbau des Werks und erstellt eine neue Großflugzeughalle. Der Flughafen ist am 2o. Juni Zwischenstation für 65 Flugzeuge des Deutschlandfluges. Vor Vertretern der Gemeinden Korschenbroich, Neersen, Schiefbahn und dem Reisebüro Mönchengladbach wird zum Ausdruck gebracht, daß Mönchengladbach einen repräsentativen Nahverkehrsflughafen erhält und hierzu die Bundesstraße 7 eingezogen wird,
Flugbewegungen 1963 32.348
1964
Der Flughafen wird in den Sicherungs- und Wetterdienst einbezogen, 44 Flugzeuge nahmen am 6. Juni an dem Rhein-Ruhr-Flug teil. Schirmherr der Veranstaltung war Oberbürgermeister Wilhelm Maubach, der auch eine Gulaschkanone mit Erbsensuppe auffahren ließ. Die Firma Aero-Flug (Kurt Amelung) übersiedelt am 19. Juni mit fünf Grand Commander zum Flughafen Mönchengladbach. Für den Bau eines neuen Abfertigungsgebäudes mit Restaurant erhält die Luftaufsicht eine neue Bungalette aufgestellt. Eine neue Unterflurtankanlage wird gebaut.
Flugbewegungen 1964 31.818
1965
Der Betrieb der offenen Terrasse erfreut sich großer Beliebtheit und ist bei gutem Wetter besetzt. Das Luftschiff D-LISA (Schwab) landet am 19. Mai und bleibt drei Wochen am Flughafen. Prominenter Mitfahrer war hier Ministerpräsident Dr, Franz Meyers. Der Ausbau der neuen Landebahn ist in Vorbereitung. An dem Rhein-Ruhr-Flug am 6. und 7. Juni nehmen 41 Flugzeuge teil. Wieder flog eine Gruppe des Deutschlandfluges am 1. Juli mit 59 Flugzeugen den Flughafen an. Am 9. Juli war der erste Spatenstich für des neue Abfertigungsgebäude mit Restaurant. 4354 Flugbewegungen hatten die Segelflieger zu melden, Die bestehende Landebahn in Richtung 28 wird um 32o Meter befestigt. Die Grundsteinlegung zum Abfertigungsgebäude wurde durch Minister Gerhard Kienbaum am l0. November vorgenommen. Schwere Sturmschäden am 8. Dezember rissen Umzäunung und Sichtblenden nieder.
Flugbewegungen 1965 36.326
1966
Für den Nah- und Zubringerverkehr wurden im Ministerium zwölf Flughäfen genannt u.a. auch Mönchengladbach. Die Landung und Vorstellung des ersten japanischen Flugzeuges vom Typ MU 2 erfolgte am 18. April. Die Firma Rhein-Flugzeugbau GmbH wird dieses Flugzeug für den europäischen Raum warten. Das Luftschiff D-LISA (Schwab) bleibt ab 31. Mai für 14 Tage auf dem Flughafen. Die Flugzeughallen sind überbelegt. 5o Flugzeuge sind auf dem Flughafen stationiert. Zur Bewältigung des Betriebes stellt die Flughafengesellschaft zwei ghanaische Arbeitskräfte ein. 8o Flugzeuge nehmen am Rhein-Ruhr-Flug am 3. und 4. September teil. Am 4, September gastiert der Dreidecker 'Richthofen'' als Sensation für den Rhein-Ruhr-Flug. Der Verein für Luftfahrt besteht
4o Jahre, Der Regierungspräsident übergibt am 6. Dezember das neue Abfertigungsgebäude mit Restaurant.
Flugbewegungen 1966 38.97o
1967
Die Flugbewegungen steigen von Jahr zu Jahr. Der Deutschlandflug wird vorbereitet mit Endziel Mönchengladbach. Der Schulungsleiter der Motorsportfliegerschule Walter Reinhold ist 3o Jahre Fluglehrer. Am 24. und 25. Juni endet der Deutschlandflug mit Ziel in Mönchengladbach. Nahezu 2oo Flugzeuge nahmen an diesem luftsportlichen Ereignis teil. Hierzu wurde die Flugzeughalle 3 ausgeräumt und besonders mit Postamt, Reisebüro und Abfertigung eingerichtet. Dieses Großereignis wurde auch in der überörtlichen Presse gebracht. Die Sieger dieses Wettbewerbs gewannen ein Flugzeug vom Typ Bö1kow 2o8 gestiftet vom Burda-Verlag. Die Forderung für den weiteren Ausbau des Platzes ist notwendig,
Flugbewegungen 1967 44.56o
1968
Auf dem Flughafen Mönchengladbach mehrt sich der Geschäftsreiseverkehr. Der Kontrollturm erhält eine Sichtpeilantenne am 16. März. Die ersten zweimotorigen Geschäftsreiseflugzeuge fliegen Mönchengladbach an. Eine Staffel T 6 Flugzeuge werden auf dem Flughafen stationiert, verbleiben hier und werden auch schließlich hier abgewrackt. Das erste Kunststoff-Flugzeug die LFU 2o2 wird vorgestellt. Der Verein für Luftfahrt erhält ein neues Motorflugzeug Typ Morane und eine neues Segelflugzeug Typ Ka 8 B. Das Land Nordrhein-Westfalen genehmigt den Bau einer neuen 1.2oo Meter langen Start- und Landebahn. Ein deutsch-französisches Segelflugvergleichsfliegen fand am 22. Juni statt. Am 7, September fand wiederum ein Rhein-Ruhr-Flug statt mit etwa 6o teilnehmenden Flugzeugen. Der dänische Ingenieur Carl Johannsen führt ein Amphibien-Flugzeug vor, weiches auch auf jeder Piste landen kann.
Flugbewegungen 1968 42.89o
1969
Bundeswehrpiloten brachten in einem Hubschrauber einen kranken Jungen aus der Landesklinik in Urlaub und holten ihn wieder ab. Das Planfeststellungsverfahren zum Ausbau des Flughafens wird am 9. Januar öffentlich bekanntgegeben. Der Flughafenausbau weckt die ersten Bürgerproteste. Die Firma Rhein-Flugzeugbau kooperiert mit der Firma VFW - Vereinigte Flugtechnische Werke, Bremen. Am 7. Februar stimmt der Rat der Gemeinde Korschenbroich dem Ausbau des Flughafens zu, nachdem die Gemeinde Kleinenbroich den Ausbau ablehnt. Heinz Wolters wird Vorsitzender des Vereins für Luftfahrt. Der Schlagerstar Dorthe macht in Mönchengladbach den Flugschein. Die Gemeinde Kleinenbroich will vor dem Verwaltungsgericht klagen.
Flugbewegungen 1969 55.7oo
1970
Das Jahr 1970 brachte im Oktober den Beginn des Ausbaues der neuen Landebahn 13/31. Für die Firma Rhein-Flugzeugbau GmbH, erfolgte die erste Landung einer OV-10 (Bronco) am 13. Juni. 18 Dieser Flugzeuge wird die Firma erhalten und hiermit weitere Aufträge der Deutschen Bundeswehr ausführen. Die bisherigen in Wartung gegebenen Flugzeuge vom Typ Pembroke werden ausgemustert. Beim Verwaltungsgericht wurde am 16. Juli der Einspruch der Gemeinde Kleinenbroich gegen den sofortigen Baubeginn am Flughafen zurückgewiesen. Am 19. Oktober wurde die Beschwerde Kleinenbroichs vom Oberverwaltungsgericht Münster zurückgewiesen.
Flugbewegungen 1970 65.162
1971
Der erste russische Hubschrauber vom Typ KA 26 wird in Mönchengladbach stationiert. Ein Unterflurtank wird im Januar für den Treibstoff Jet A1 eingebaut. Die Erdarbeiten für die neue Landebahn 13/31 sind soweit vorangeschritten, daß ab 14. April die Bundesstraße 7 gesperrt und eingezogen wird. Der Flughafen veranstaltet am 17. April einen "Tag der offenen Tür", an dem sich Vereine und alle Firmen beteiligen. Der Flughafen ist einziger deutscher Landeplatz für den Europaflug 1971 mit Teilnahme von 85 Flugzeugen aus 13 Nationen (1. und 2. September). Auch eine Rallye englischer Flugzeuge mit Zielpunkt Mönchengladbach fand statt. Am 13. November bezieht der Verein für Luftfahrt den Bauernhof Waldhütte als Luftsportzentrum. Eine Großfeuerwehrübung aller freiwilligen Feuerwehren, der Berufsfeuerwehr, der Werksfeuerwehr der Firma Rhein-Flugzeugbau und der Flughafenfeuerwehr fand am 2o. November statt. Am 4. Dezember zog der Motorfliegerclub in ein neues Clubheim.
Flugbewegungen 1971 72.468
1972
Der Flughafen steht mit seinen Flugbewegungen von 31 Regional- und Verkehrslandeplätzen an vierter Stelle. Im Zuge des weiteren Ausbaues entsteht ein Regenrückhaltebecken. Aus der Luft sind die Konturen der neuen Start- und Landebahn schon gut zu erkennen. Die Olymp-Rallye 1972 endet auf dem Flughafen Mönchengladbach. Die Rhein-Ruhr-Rallye (5. August) fand zum l0. Mal statt unter Beteiligung von 93 Flugzeugen. Die Flugzeughalle 1 wurde am 1. September an die Firma Rhein-Flugzeugbau GmbH. verkauft. Das Richtfest für die neue Landebahn fand am 11. Oktober statt. Am 15. Dezember wurde die neue Landebahn 13/31 auf 8oo Meter in Betrieb genommen. Den ersten Start und Landung machte der hier bekannte Pilot Bernhard Döcker. Die Firma Stahlbau Heinecke, Köln begann im
November mit dem Bau der Flugzeughalle A. Im Dezember begannen die Arbeiten am Kontrollturm, der eine neue Kanzel erhält.
Flugbewegungen 1972 69.916
1973
Das Jahr 1973 diente in der Hauptsache der Fertigstellung der schon teilweise in Betrieb genommenen Landebahn, der jeweiligen Anflug-, Lande- und Rollwegbefeuerung sowie der Fertigstellung der neuen Kontrollturmkanzel. So wurde bereits am 23. Februar die Kontrollturmkanzel hochgezogen, die fertiggestellte Halle A wurde mit Flugzeugen bestellt. Ein weiteres Ereignis in diesem Jahr war am 21. Juni, wo fünf Flugzeuge vom Typ Beech 18 von Frankreich überführt nach Mönchengladbach, von der Zollfahndung beschlagnahmt wurden. Die Annahme, es sei Rauschgift geschmuggelt worden, bewahrheitete sich nicht. Nach einer verspäteten Vorlage der Einfuhrpapiere wurden die Flugzeuge freigegeben und später nach USA überführt. Mit dem 1, August konnte die Flugzeughalle 2 fertiggestellt werden und war sofort mit Flugzeugen belegt. Staatssekretär Heinz Truschowski vom Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr übergab in einem Festakt die neue Landebahn offiziell ihrer Bestimmung. Der Motorfliegerclub richtete aus diesem Anlaß ein "Fly In" aus,
Flugbewegungen 1973 65.978
1974
Außerhalb des Flughafens wird die Autobahnbrücke gebaut. Zum Beginn des Jahres wird das Vorfeld vor der Flugzeughalle erweitert. Gleichzeitig beginnt man mit dem Bau der Flugzeughalle 3. Im Mai wird der Ausbau des Vorfeldes zwischen Kontrollturm und Flugzeughalle 2 ausgebaut und befestigt. Auch ein Feuerwehrgebäude mit Büros im 1. Obergeschoß für die Flughafenverwaltung wird errichtet. An der Rhein-Ruhr-Rallye im Juli beteiligten sich 6o Flugzeuge. Der Verein für Luftfahrt veranstaltet einen "Tag der offenen Tür". Von 3o Regional- und Verkehrlandeplätzen nimmt Mönchengladbach den zweiten Platz ein. Verteidigungsminister Georg Leber landet auf dem Flughafen und besucht den Katholikentag. Im August werden die ersten Flugzeuge in der Flugzeughalle 3 untergestellt. Am 17. Dezember bezieht die Flughafengesellschaft den Bürotrakt über der Feuerwehr.
Flugbewegungen 1974 84.846
1975
Auf dem Flughafen sind l00 Flugzeuge beheimatet. Einen schmerzlichen Verlust verzeichnet die Flughafengesellschaft als der Geschäftführer Verkehrsdirektor Hellmuth Balbe am, 27. Januar starb. Die Gesellschafterversammlung bestellte den früheren Gemeindedirektor von Wickrath, Wolfgang Krane zum neuen Geschäftsführer der Flughafengesellschaft. In der Firma Rhein-Flugzeugbau GmbH wird die RFB -Schubgondel SG 85, der RFB-Fanliner und Aerofoilcraftboot RFB - 114 entwickelt. Die französische Flugzeugfirma Robin erstellt auf der Nordseite des Flughafens eine Flugzeughalle mit Werftbetrieb. Im Juni feiert der Verein für Luftfahrt sein 5ojähriges Bestehen. Der Verein für Luftfahrt besitzt 21 Segel- und drei Motorflugzeuge. Der Deutschlandflug - 27. Juni - machte Zwischenlandung in Mönchengladbach und wurde innerhalb von vier Stunden mit 19o Flugzeugen betankt und abgefertigt. Auf dem Flughafen sind 16o Flugzeuge stationiert. Bei den Verkehrslandeplätzen liegt Mönchengladbach auf Platz zwei. Die Planung für die Flugzeughalle 5 mit Kopf- und I,ängsbau wird vorbereitet. Im Korscbenbroich bildet sich eine Interessengemeinschaft Herrenshof e.V, gegen Fluglärm.
Flugbewegungen 1975 88.088
1976
Der Verkehrsausschuß des Landes Nordrhein-Westfalen besucht den Flughafen Mönchengladbach. Bei einer Blindflug-Rallye nach Wien holten Mönchengladbacher Piloten zwei erste und zwei dritte Preise. Der 26. Januar ist Baubeginn für die Flugzeughalle 5 mit Kopf- und Längsbau. Die erste Landung einer VFW- 614 (Fokker) erfolgte im September. Bei der Firma Rhein-Flugzeugbau wird der Fan-Trainer entwickelt. Ministerpräsident Dr. Helmut Kohl landet auf dem Flughafen anläßlich einer Wahlkundgebung. Der Flughafen erhält einen Feuerlöschbrunnen. Im Oktober wird der Parkplatz vor dem Abfertigungsgebäude ausgebaut. Im Anschluß hieran wird ein entsprechend großer Zuschauerraum gebaut.
Flugbewegungen 1976 82.408
1977
Mit dem Bau der neuen Flugzeughalle 5 wurde es erforderlich auch eine neue Energiezentrale zu bauen. Die bisherigen Versorgungsmöglichkeiten reichten nunmehr für die neugeschaffene Betriebszone nicht mehr aus, Der Parkplatz vor dem Abfertigungsgebäude wurde fertiggestellt. Auf dem Freizeitgelände (Zuschauerraum) wird ein Pembroke-Flugzeug gestellt für Publikum und Kinder zur Ansicht. Am 17. März erfolgt die Übergabe der Flugzeughalle 5 und wird sofort von schon wartenden Flugzeugen bestellt. Die RWL-Luftfahrtgesellschaft zieht in den Kopfbau an der Flugzeughalle 5 ein. Mit einem Stand stellt die Flughafengesellschaft im März auf der Frühjahrsausstellung aus. Auf dem Flughafen sind jetzt 230 Flugzeuge beheimatet. Bei Rhein-Flugzeugbau wurde im April das sechssitzige Airfoilboot X 114 fertiggestellt, das im Mai in der Ostsee mit Erfolg erprobt wurde. Am 4. Juni findet auf dem Flughafen ein Nacht-Ziel-Springen der Fallschirmspringer statt. Eine Brandübung am 15. Juni zeigte, daß Flughafenfeuerwehr und Werksfeuerwehr RFB in Ordnung sin., In der 48. Sendung "Start-frei" überträgt die Deutsche Welle eine eineinhalbstü-ndige Sendung in alle Welt. Die VoWi l0 - ein zweisitziges Sportflugzeug - wird zum Preis von 2o.ooo,-- DM. angeboten. Mit 47 Mitgliedern gründet sich der Aero-Club 77. Anträge auf ein Luftfahrtmuseum gehen bei der Flughafengesellschaft ein. Ein Aufschlagbrand erfolgt auf der Landebahn. Innerhalb weniger Sekunden ist die Flughafenfeuerwehr zur Stelle und löscht den Brand ab. Personen wurden nicht gefährdet noch verletzt. Bei der Rhein-Ruhr-Rallye landeten aufgrund schlechter Wetterlage von 7o teilnehmenden Flugzeugen nur 39.
4oo alte Leute aus Odenkirchen besuchten den Flughafen und wurden in der ausgeräumten Flugzeughalle 1 bewirtet. Auf der neuen Landebahn 13/31 landen Lear Jets und weitere Düsengeschäftreiseflugzeuge. Der Schulungsleiter der Luftfahrerschule Nordrhein-Westfalen, Günter Reinhold wird 65 Jahre und wird in einer Feierstunde verabschiedet. Günter Reinhold hat innerhalb von mehr als 20 Jahren über l00 Flugschülern des Fliegen beigebracht. Bei der Luftfahrerschule Nordrhein-Westfalen erwerben in diesem Jahr 90 Personen den Privatpilotenschein. Der Verein für Luftfahrt veranstaltet am l0. September den "Tag der offenen Tür". Der abgesenkte Boden der Flugzeughalle 2 wird erneuert. Zwischen Zuschauerraum und Flugzeughalle 5 wird das Vorfeld erweitert. Am 3o. September erhält das Flughafenrestaurant einen neuen Pächter. Am 27. Oktober beginnt der Einbau von zwei 40.000 Liter Unterflurtanks für die neue AVGAS-Tankstelle. Den Jungfernflug macht der bei Rhein-Flugzeugbau GmbH. gebaute und konstruierte Fan-Trainer am 27. Oktober. Eine Feuerwehrgroßübung des Zivilschutzes, des Technischen Hilfswerkes, des Deutschen Roten Kreuzes, des Malteser Hilfsdienstes und der Flughafenfeuerwehr findet am 26. November statt. Insgesamt 450 Personen waren im Einsatz,
Flugbewegungen 1977 66.886
1978
Aufgrund der Schaffung einer neuen Betriebszone wird es erforderlich, einen neuen Kontrollturm an eine zentrale Stelle zu bringen und ein neues Abfertigungsgebäude zu erstellen. Doch vorher wird die Flugzeughalle 6 als vordringlich angesehen und in Planung genommen, da die Nachfrage nach Unterstellplätzen anhält. Größeres Fluggerät (2mot Flugzeuge) sind bei der Flughafengesellschaft bereits angemeldet. Die Vorfeldflächen mit Zuwegung zu den Rollwegen zwischen Kontrollturm und Flugzeughalle 2 werden erweitert. Zum zweiten Mal gastiert die Deutsche Welle mit der Sendung "Start frei" in der Flugzeughalle 5 des Flughafens. Die Firma Rhein-Flugzeugbau baut einen zweiten Fan-Trainer, der von einer Turbine angetrieben wird. Die Luftfahrerschule Nordrhein-Westfalen erhält ein neues Gebäude, Baubeginn 15. Mai. Ab 15. Juni wird die neue Tankstelle in Betrieb genommen. Ab 1. Juli wird die VoWi l0 auf dem Flughafen gebaut. Eine holländische Flug-Rallye geht über den Flughafen Mönchengladbach. Die Firma City-Flug verlegt mit 3 Düsenflugzeugen und weiterem Fluggerät einschließlich der Verwaltung nach Mönchengladbach. Die Firma Beck Aero Shop erhält einen neuen Verkaufsladen. Die Firma Airconcept erhält vom Luftfahrt-Bundesamt den Musterzulassungsschein. Im Oktober ist Baubeginn der neuen Flugzeughalle 6. Seitlich des Abfertigungsgebäudes entstehen neue Geschäftsräume zur Aufnahme neuer Firmen. Der Flughafen Mönchengladbach hat die zweitgrößte Bewegungszahl der Regional- und Verkehrslandeplätze in der Bundesrepublik.
Flugbewegungen 1978 7o.336
1979
Stark einsetzender Winter mit häufigem hohem Schneefall erforderte Einsatz aller Arbeitskräfte zum Freihalten der Landebahn. Der Flughafen ist trotz widrigem Wetter jeden Tag offen und zu jeder Zeit anfliegbar. Alle bis jetzt erstellten Flugzeughallen sind überbelegt. Der Flughafen Mönchengladbach wird international von Geschäftsreiseflugzeugen angeflogen. Die Paß- und Zollabfertigungen nehmen zu. Mit 2212 Flugzeugen und 6335 Personen wurde für das Vorjahr eine Höchstzahl erreicht. Eine chinesische Delegation besichtigt den Flughafen. Auf der Frühjahrsausstellung stellt sich der Flughafen mit einem Stand vor. Zur Verringerung des Lärms bei Standläufen werden bei der Firma Rhein-Flugzeugbau GmbH Schallschluckwände aufgestellt. Am Platz befindliche Firmen und Vereine stellen Flugzeuge und Geräte in der Rheydter Einkaufszone aus. Ein deutsch-englischer Prospekt über den Flughafen wird aufgelegt. Hinweisschilder zu Rollwegen und Startbahn werden aufgestellt. Im Mai wird anschließend an den Zuschauerraum ein Kinder- spielplatz gebaut. Am 20. Mai stirbt der bei allen beliebte und seit Entstehen mit dem Flughafen verbundene Platzmeister Fritz Rüskens, In Verbindung mit der Arbeits- gemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen und weiterer Flughäfen stellt der Flughafen Mönchengladbach auf der Internationalen Verkehrsausstellung IVA in Hamburg aus. Das Jugendblasorchester Neuwerk gibt auf dem Zuschauerraum ein Konzert. Im Juli fand wiederum - diesmal mit internationaler Beteiligung - die Rhein-Ruhr-Rallye statt. Zwei Mönchengladbacher Piloten (Hörold, Biesner) gewannen den Sternflug nach Traben-Trarbach. Mit Riesenbuchstaben ist der Flughafen nun auch gut aus der Luft zu sehen. Ab September wird die neue Flugzeughalle 6 mit Flugzeugen - vornehmlich 2motorige - bestellt. Am 25. September beginnen die Arbeiten für das neue Abfertigungs- gebäude mit Kontrollturm. Im November konstituiert sich der neue Lärmschutzbeirat für den Flughafen. Die Firma City-Flug erhält ein neues Flugzeug - Metro Liner, Typ SN 226 TC - eine 20-sitzige Maschine. Umfangreiche Kanalbauarbeiten mit Wasserhaltung und Verlegung neuer Entwässerungsrohrleitungen wurden notwendig und vorgenommen. Die Firma Airconcept erhält am 19. Dezember die Musterzulassung zur Herstellung des Flugzeuges VoVi 10.
Flugbewegungen 1997 76.492
1980
Mönchengladbach zählt zu den Schwerpunktlandeplätzen. Als Entlastung zählt er um so mehr
für den Großflughafen Düsseldorf. Die vorhandene Landebahn von 12oo Meter reicht aus um
den Geschäftsreiseverkehr aufzunehmen. Dieser Geschäftsreiseverkehr hat sich in letzter Zeit stürmisch entwickelt. Trotzdem bleibt der Flughafen Mönchengladbach ein Reservat für den privaten Reiseflug, den Schulflug und den Geschäftsreiseflug. Mönchengladbach soll eine
Flugverkehrskontrolle im Tower bekommen. Auf dem Flughafen sind drei Charter- unternehmen mit einer Flotte von 20 Flugzeugen vertreten. Insgesamt sind am Flughafen etwa 27o Flugzeuge stationiert, darunter etwa 45 zweimotorige Maschinen. Stadtamtmann Wilhelm Goertz, der an der Gründung der Flughafenbetriebsgesellschaft und am Ausbau des Flughafens Holter Heide verantwortlich beteiligt war, starb am 31.Januar im Alter von 87 Jahren. Der Fan-Trainer, gebaut bei der Firma Rhein-Flugzeugbau GmbH ist im Gespräch als Trainingsflugzeug für die US-Air Force. Für die Verlegung der elektr. Leitungen für Start- und Landebahn wird der Rollweg aufgeschnitten und entsprechend Versorgungsrohre verlegt. Im März wird ein Fahrweg zum nordöstlichen Teil des Flughafens ausgelegt und befestigt. Im März 1980 wird bereits das Vorfeld zum Abfertigungsgebäude befestigt und mit Bitumenkies planiert. Der Flughafen Mönchengladbach ist überbelegt und hat keine Unterstell- möglichkeiten für Flugzeuge mehr. Im März 1980 wird es notwendig, das immer bestens besetzte Flughafenrestaurant zu erweitern. Die Firma Rhein-Flugzeugbau GmbH stellt auf der Internationalen Luftfahrt-Ausstellung in Hannover aus und führt den neuen Fantrainer 400 vor. An den Gewerblichen Schulen soll eine Fachklasse für Flugzeugbau eingeführt werden. Sie wäre die einzige Klasse dieser Art im Bundesgebiet. Vier israelische Flugzeuge vom Typ Westwind wurden von der Firma Rhein-Flugzeugbau GmbH gekauft, um für die Marine Zieldarstellungen durch die Luft zu schleppen. Der Präsident der japanischen Mobil Sekyn aus Tokio besichtigt die Tankanlagen des Flughafens. Auf dem Flughafen landet die erste Fokker F 27 J der Firma DFD - Deutscher Flugdienst. Der Finanzausschuß der Stadt Mönchengladbach besichtigt den Flughafen. Der Flughafen Mönchengladbach nimmt im kommerziellen Luftverkehr den ersten Platz in der Bundesrepublik ein. Der bei Rhein-Flugzeugbau GmbH entwickelte Fan-Trainer wird in USA einem Test unterzogen. Die Firma City-Flug führt Rettungsflüge durch und holt kranke Patienten nach Hause. Das Richtfest zum neuen Abfertigungsgebäude mit Kontrollturm wurde am 6. Oktober gefeiert. Am 13. November wurde die erste Fluglinie Mönchengladbach - Metz eröffnet. In der RWL-Flugschule ist es möglich, den Privatpilotenschein bis zum Berufspiloten zu erwerben, Im Jahr 1980 zählte der Flughafen 168.000 Ein- und Aussteiger.
Flugbewegungen 1980 71.6o4
1981
Bei Sturmschäden auf dem Flughafen am 3. Januar werden mehrere abgestellte Flugzeuge beschädigt. Ein Flugzeug überschlug sich. Der Wind wurde mit 58 Knoten gemessen (l0l Stundenkilometer). im Januar wurden die Ein- und Ausfahrten an den jeweiligen Toren mit elektr. Barrieren gesichert. Der Ausbau des neuen Abfertigungsgebäudes mit Kontrollturm macht gute Fortschritte. Das erste Flugzeug vom Typ Westwind landet im Direktflug Tel Aviv-Mönchengladbach und geht in die Werft nach Rhein-Flugzeugbau GmbH. Der Mönchengladbacher Flughafen gewinnt international mehr an Bedeutung. Ständiger Auslandsgeschäftsreiseverkehr ist in zunehmendem Maße zu beobachten. Mit über 70.000 Flugbewegungen steht der Flughafen Mönchengladbach in der Reihe der Regionalflughäfen an zweiter Stelle. Mit l68.000 Fluggästen liegt er weit vor allen anderen.
Diese Spitzenstellung unterstreichen ferner 290 stationierte Flugzeuge (davon 5o 2motorige) und 15.000 qm Hallenraum. Die Erweiterung des Flughafenrestaurants wurde fertiggestellt und in Betrieb genommen. Im April ist Baubeginn der Flugzeughalle C im nordöstlichen Teil des Flughafens. Am 27. Mai starten belgische Fallschirmspringer von Mönchengladbach aus zu einer Veranstaltung. Im Juni baut die Firma Airconcept die Lücke zwischen Halle A und B zu. Die Eisenkonstruktion für die Flugzeughalle C wird antransportiert. An den neugeschaffenen Rollwegen werden die Lampen montiert. Die Firma Rhein-Flugzeugbau GmbH feiert am 26. Juni das 25jährige Bestehen mit einem Festakt und einem Flugprogramm. Das neue Abfertigungsgebäude steht am 1. Juli kurz vor der Fertigstellung. In einer Ausstellung zeigt die Dresdner Bank das Geschehen des Flughafens über 25 Jahre.
Flugbewegungen bis zum 30. Juni 1981 37.933
Abschließend zur Geschichte des Mönchengladbacher Flughafens kann gesagt werden, daß er vom Sportfliegerplatz sich zum modernen Flughafen entwickelt hat. Mit einer Baracke und vier Flugzeugzelten fing er an, heute steht ein Areal zur Verfügung, daß der modernen Fliegerei entspricht. Von vier Flugzeugen zu Beginn der 25 Jahre sind es heute 280, die zum größten Teil in Flugzeughallen untergebracht sind. Trotz allem ist die Nachfrage groß, Flugzeuge unterzustellen, da alle Flugzeughallen überbelegt sind. Noch eine große Aufgabe steht den Verantwortlichen bevor, sollen alle Nachfragen befriedigt werden.
Vieles hat der junge 25jährige Flughafen an Veranstaltungen bewältigen müssen.
Von 16 Rhein-Ruhr-Rallyes wurden 14 in Mönchengladbach durchgeführt. Acht Deutschlandflüge - hiervon einer mit Endziel - haben Mönchengladbach angeflogen. Eine englische Sea-Rallye sowie eine holländische Flugveranstaltung fanden statt. Einziger Landeplatz war Mönchengladbach für einen Europaflug, mit besten Erinnerungen. Geschätzt, wurde der Flughafen von 1250 Besuchergruppen, Schulen usw. während dieser Zeit besucht. Zum Schluß darf man sagen, daß dem Flughafen noch eine große Zukunft bevorsteht.